Doch welche Ursachen führen zu diesem Phänomen? Hier teilen sich die Meinungen, aber jeden Tag verändert der Mensch seinen Lebensraum und greift in die Natur ein. Grünflächen verschwinden und werden zubetoniert, um der Bevölkerungsdichte entgegenzuwirken. Bedingt durch die verstärkte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre nimmt die globale Erderwärmung ständig zu. Laut den aktuellen Studien der Weltwetterorganisation WMO (World Meteorological Organization), ist in den vergangenen 50 Jahren das Auftreten von Extremwetterereignissen weltweit stark angestiegen.

Unter den am schwersten vom Klimawandel betroffenen Ländern sind viele Entwicklungsländer. Oft leben Menschen in diesen Ländern in Wohngebieten, die eine schlechte Infrastruktur haben und von einem hohen Überschwemmungsrisiko betroffen sind. Doch Gründe wie soziopolitische Faktoren, demografische und wirtschaftliche Faktoren sowie Umweltfaktoren führen dazu, dass Menschen gezwungen sind, ihren Wohnort dauerhaft zu verlassen. Daher möchten immer mehr Menschen in Europa leben. Um nur ein Beispiel zu nennen, bis Ende 2021 hatten mehr als 1,2 Millionen syrische Kriegsflüchtlinge in der Europäischen Union einen Asylantrag gestellt. Oft ist in diesen Ländern die Menschenrechtslage schlecht und es ist normal, dass Menschen Zuflucht und Sicherheit suchen und nach Europa flüchten. In Europa nimmt die Bevölkerung ständig zu. Die Auswirkungen dieses Zuwachses sind zu spüren.

Der Traum eines Jeden, ein Zufluchtsort ohne Krieg, ohne Naturkatastrophen und in Freiheit. Jeder möchte ein Dach über dem Kopf und eine gesicherte Zukunft für sich und seine Familie. Klima- und Kriegsflüchtlinge kommen nach Europa, um all dies auch ihren Familien zu ermöglichen. Und das mit gutem Recht!

Vergleicht man die Statistiken, so ist die Bevölkerungsdichte der 27 EU-Länder mit durchschnittlich 108,9 Einwohnern/km² im Jahr 2022 eine der höchsten der weltweit. Bedingt durch diese hohe Bevölkerungsdichte wird Bauland in Europa immer knapper.

Dies hat zur Folge, dass sich die Situation am Immobilienmarkt zuspitzt. Es wird immer schwieriger eine Immobilie zu erwerben oder überhaupt ein Dach über dem Kopf zu finden. Die Nachfrage ist höher als das Angebot.

Momentan bereiten die hohen Zinsen, wenn man sich ein Eigenheim zulegen will, erhebliche Probleme. Daher können sich viele kein Eigenheim mehr leisten und müssen zur Miete wohnen. Die Mieten sind dabei noch immer stetig am Steigen und der Traum von den eigenen vier Wänden wird somit ein Traum bleiben.

Seit März 2016, lag der Leitzins im Euroraum bei null Prozent und der Immobilienmarkt boomte. Um allerdings der hohen Inflation entgegenzuwirken, hat die EZB im Juli 2022, nach langem Zögern beschlossen, die Zinsen im Euroraum anzuheben. Durch diese Maßnahme will die EZB die Inflationsentwicklung im Euroraum bremsen. Leidtragende sind Verbraucher und Unternehmen, die nicht in weiser Voraussicht den Zinssatz für einen längeren Zeitraum fixiert haben.

Im ersten Quartal 2023 sind die Immobilienpreise um rund fünf Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken. Viele Bauunternehmen kommen ins Wanken und sehen sich gezwungen, Personal abzubauen. Einige Unternehmen haben bereits Insolvenz angemeldet.

Derzeit wird weniger gebaut, die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück und das Risiko einer Rezession steigt. Der gesamte Wirtschaftskreislauf wird gebremst. Erste Auswirkungen dieser Entwicklungen sind aber schon jetzt zu spüren.

Es bleibt zu hoffen, dass nach den ersten dunklen Wolken kein Sturm aufzieht.

 

Georges MELCHERS

Präsident Syndikat Eisenbahnen

OGBL/FNCTTFEL-Landesverband