Der „Safety Day“ bietet die Gelegenheit, zentrale Themen wie Bahn- und Betriebssicherheit, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Notfallmanagement in den Fokus zu rücken. Durch Workshops, praktische Übungen und den Austausch zwischen Mitarbeitern werden die Sicherheitskultur gestärkt und das Bewusstsein für Risiken im täglichen Bahnbetrieb geschärft. Gleichzeitig werden moderne Sicherheitsinnovationen, technische Entwicklungen sowie Maßnahmen zum Umwelt- und Gefahrgutschutz vorgestellt – ein deutliches Zeichen dafür, dass Sicherheit, Qualität und Verantwortung bei der CFL eng miteinander verknüpft sind.
Im Mittelpunkt steht dabei die konsequente Reduktion des Unfallrisikos auf ein nahezu Nullniveau.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Sicherheitskultur ist jedoch nicht nur die technische und betriebliche Sicherheit, sondern auch der Schutz der Fahrgäste und des Personals im täglichen Betrieb. Immer deutlicher zeigt sich, dass der Umgang mit Konflikt- und Aggressionssituationen eine entscheidende Rolle spielt, um ein sicheres, respektvolles und verlässliches Umfeld im öffentlichen Transport zu gewährleisten. Daher ist es unerlässlich, Maßnahmen zu stärken, die sowohl Bahnbeschäftigte als auch Reisende vor Übergriffen schützen und das Sicherheitsgefühl nachhaltig erhöhen.
Um diese Sicherheitskultur nicht nur im täglichen Betrieb, sondern auch auf gesetzlicher Ebene weiter zu festigen, wird der rechtliche Rahmen derzeit umfassend modernisiert. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte „Projet de loi 8335“, der sich mit der Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Transport befasst. Dieser Gesetzentwurf reagiert auf die zunehmenden Herausforderungen im Bahn- und Busverkehr und schafft klare Grundlagen, um sowohl das Personal als auch die Fahrgäste besser zu schützen.
Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem die Einführung neuer Sicherheitsfunktionen wie „agent de service“ und „agent de service agréé“ vor, die künftig eine wichtige Rolle bei der Prävention und Feststellung von Ordnungsverstößen übernehmen sollen. Gleichzeitig wird die Videoüberwachung im öffentlichen Transport ausgebaut, um Vorfälle besser zu dokumentieren und das Sicherheitsgefühl weiter stärken zu können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf klar definierten Verhaltensregeln, die Aggressionen, Belästigungen und Vandalismus konsequenter erfassen und sanktionieren.
Abschließend lässt sich festhalten, dass Sicherheit im öffentlichen Transport nur dann nachhaltig gewährleistet werden kann, wenn betriebliche Maßnahmen, Sensibilisierung und ein klarer gesetzlicher Rahmen ineinandergreifen. Der „Safety Day“ verdeutlicht die Bedeutung von Ausbildung, Prävention und Zusammenarbeit im Alltag, während der „Projet de loi 8335“ die notwendigen rechtlichen Grundlagen schafft, um diese Bemühungen langfristig zu unterstützen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts ist der Einsatz von Bodycams. Der entscheidende Vorteil von Bodycams für das Personal liegt in ihrer unmittelbaren, präventiven Schutzwirkung direkt am Ort des Geschehens. Während fest installierte Deckenkameras primär der nachträglichen Aufklärung von Straftaten dienen, wirken Bodycams in Konfliktsituationen akut deeskalierend.
Durch den sogenannten „Spiegeleffekt“ – bei dem sich aggressive Fahrgäste auf dem Frontdisplay der Kamera selbst sehen – wird Tätern ihr eigenes Verhalten direkt vor Augen geführt, was Situationen nachweislich schnell beruhigt. Unterstützt wird dies durch die Pflicht zur mündlichen Ankündigung der Aufnahme, die oft als letzte wirksame Warnung fungiert.
Zudem eliminieren die mobilen Kameras die typischen toten Winkel starrer Deckensysteme, da sie sich mit dem Personal bewegen und das Geschehen auf Augenhöhe erfassen. Im Ernstfall sichern sie durch den sogenannten Pre-Recording-Modus auch die Sekunden vor der Aktivierung. Da Bodycams im Gegensatz zu den meisten Festkameras im Zug auch den Ton aufzeichnen, liefern sie lückenlose und gerichtlich verwertbare Beweise für verbale Beleidigungen und Bedrohungen.
Gleichzeitig erhöhen sie die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Ereignissen – ein Vorteil, der sowohl Mitarbeitenden als auch Fahrgästen zugutekommt. Dieses Thema wird zudem an der jährlichen Sitzung „Comité de pilotage sécurité dans les transports publics“ aufgegriffen.
Im Rahmen unserer jüngsten Gesprächstour mit den verschiedenen politischen Parteien haben wir diese Themen ebenfalls umfassend erörtert. Dabei war es uns besonders wichtig zu betonen, wie entscheidend ein zügiger Abschluss des „Projet de loi 8335“ für die weitere Entwicklung und Umsetzung unseres Sicherheits- und Qualitätskonzepts ist. Durch den direkten Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern möchten wir sicherstellen, dass die bestehenden Anliegen verstanden, offene Fragen geklärt und die notwendigen Schritte zur Finalisierung des Gesetzes zeitnah eingeleitet werden.
Gemeinsam tragen diese Initiativen dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich sowohl Fahrgäste als auch das Bahnpersonal geschützt, respektiert und ernst genommen fühlen – eine wesentliche Voraussetzung für einen modernen, zuverlässigen und zukunftsorientierten öffentlichen Transport.
Georges Melchers
Präsident Syndikat Eisenbahnen
OGBL/FNCTTFEL-Landesverband