Auch für unsere Fahrgäste war diese Zeit nicht immer einfach. Die Nutzung des Schienenersatzverkehrs brachte längere Reisezeiten und zusätzliche Herausforderungen mit sich. Umso bemerkenswerter ist die Leistung all jener, die mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben, die umfangreichen Bauprojekte erfolgreich umzusetzen.

Dank dieses außergewöhnlichen Engagements und der hervorragenden Zusammenarbeit konnten die komplexen Großbaustellen auf unserem Schienennetz planmäßig und rechtzeitig vor Schulbeginn abgeschlossen werden. Ein Projekt dieser Größenordnung in so kurzer Zeit erfolgreich zu bewältigen, ist alles andere als selbstverständlich. Es erfordert höchste Professionalität, Teamgeist, Flexibilität und nicht zuletzt persönliche Opferbereitschaft.

Vor dieser großartigen Leistung ziehen wir den Hut und sagen von Herzen: DANKE!

Euer Einsatz sorgt dafür, dass unser Land und unsere Fahrgäste pünktlich zum Start des neuen Schuljahres wieder sicher, zuverlässig und komfortabel unterwegs sein können.

Ihr seid das Fundament unseres Erfolgs und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was wir gemeinsam erreichen können.

Herausragende Leistungen verdienen nicht nur Anerkennung, sondern auch Arbeitsbedingungen, die von Sicherheit, Respekt und Wertschätzung geprägt sind. Leider wird diesem Anspruch die Realität im Arbeitsalltag nicht immer gerecht. Mitarbeiter/innen, die täglich im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden stehen, sehen sich immer häufiger mit unangemessenem Verhalten einzelner Fahrgäste konfrontiert. Dieses reicht von mangelndem Respekt und verbalen Anfeindungen bis hin zu Bedrohungen und körperlichen Übergriffen. Solche Vorfälle belasten nicht nur die betroffenen Beschäftigten persönlich, sondern beeinträchtigen auch ihr Sicherheitsgefühl und die Qualität ihrer Arbeitsbedingungen. Daher ist es unerlässlich, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Mitarbeiter/innen besser zu schützen und ihnen ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten.

Offizielle Statistiken sowie zahlreiche Medienberichte zeigen eine besorgniserregende Zunahme von Gewalt, Aggressionen und Übergriffen im luxemburgischen öffentlichen Personennahverkehr. Besonders betroffen ist das Personal der CFL, das tagtäglich für die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf des öffentlichen Nahverkehrs sorgt. Aber auch die Fahrgäste werden zunehmend mit den Auswirkungen dieser Entwicklung konfrontiert.

Der OGBL weist seit Jahren auf bestehende Sicherheitsdefizite hin. Dazu zählen insbesondere fehlende oder unzureichend geschützte Fahrerkabinen im RGTR-Netz sowie die wachsenden Sicherheitsrisiken im Schienenverkehr.

Im Busbetrieb der CFL ist die neue beziehungsweise jüngere Busflotte bereits mit geschützten Fahrerkabinen ausgestattet. Die älteren Fahrzeuge werden in den kommenden Jahren schrittweise durch moderne Elektrobusse ersetzt.

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen fordert der OGBL das Mobilitätsministerium auf, konkrete und wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu ergreifen. Dazu gehören eine verstärkte Präsenz von Sicherheitspersonal vor Ort, die Einführung moderner Sicherheitseinrichtungen, transparente und regelmäßige Sicherheitskontrollen sowie die Gewährleistung eines schnellen und wirksamen Eingreifens der Polizei bei Übergriffen auf das Personal.

Die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten muss oberste Priorität haben und darf nicht länger dem Zufall überlassen werden.

In diesem Zusammenhang stellen Bodycams eine sinnvolle und zeitgemäße Ergänzung zu den bestehenden Sicherheitsmaßnahmen dar. Im Vergleich zu fest installierten Deckenkameras bieten sie entscheidende Vorteile: Durch ihre sichtbare Präsenz wirken sie präventiv und deeskalierend. Der sogenannte „Spiegeleffekt“ führt häufig dazu, dass potenzielle Aggressoren ihr Verhalten überdenken. Gleichzeitig ermöglichen Bodycams die Aufzeichnung von Bild und Ton unmittelbar am Ort des Geschehens und tragen so zur besseren Dokumentation von Vorfällen bei.

Nach intensiven Gesprächen einer Delegation des Syndikats Eisenbahnen mit verschiedenen politischen Parteien sowie im Rahmen der jährlichen Sitzung des „Comité de pilotage sécurité dans les transports publics“ mit der zuständigen Ministerin ist die Einführung von Bodycams endlich wieder auf die politische Agenda zurückgekehrt.

Dies stellt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Sicherheit aller Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr dar und sendet ein klares Signal, dass die Anliegen, Sorgen und Forderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen werden. Die erneute politische Diskussion über dieses Thema zeigt, dass der Handlungsbedarf erkannt wurde und konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im öffentlichen Transport zunehmend in den Fokus rücken.

Ein weiteres zentrales Thema, das uns im Bereich der Sicherheit und der Arbeitsqualität intensiv beschäftigt, betrifft die zukünftige Rolle des Zugbegleitpersonals (PAT).

Der OGBL verfolgt die derzeit laufende Vergleichsstudie mit großer Aufmerksamkeit, aber auch mit entsprechender Skepsis. Es besteht die berechtigte Sorge, dass ein zu starker Fokus auf Effizienz und Kostenoptimierung zulasten der Servicequalität, der Sicherheit und der Arbeitsbedingungen gehen könnte. Zudem befürchten wir einen schrittweisen Abbau betrieblicher Kompetenzen sowie eine Schwächung der wichtigen Aufgaben des Zugbegleitpersonals an Bord.

Besonders kritisch ist dabei, dass bislang keine offizielle Risikoanalyse vorgelegt wurde, obwohl mögliche Veränderungen direkte Auswirkungen auf die Sicherheit des Bahnbetriebs und die Arbeitsorganisation haben können. Dieses wegweisende Dossier liegt nun auf dem Tisch – in nächster Zeit muss es sich der entscheidenden Debatte mit den Sozialpartnern stellen.

Der OGBL wird sich in diesen Gesprächen mit Nachdruck und voller Entschlossenheit für die Interessen der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter einsetzen. Unser Ziel ist dabei klar: eindeutige Zuständigkeiten sowie die Aufrechterhaltung eines hohen Sicherheitsniveaus.

Neben den betrieblichen und sicherheitsrelevanten Fragen stehen in den kommenden Monaten auch wichtige statutarische Verbesserungen auf der Agenda. Ende des Jahres, im November, wird erstmals die paritätische Kommission zusammentreten. In diesem Gremium werden sämtliche strukturellen Anpassungen und Verbesserungen abschließend gemeinsam verhandelt und rechtlich umgesetzt, die in den Abkommen des öffentlichen Dienstes der vergangenen Jahre festgeschrieben wurden. Diese Anpassungen sollen anschließend in das Eisenbahnerstatut integriert werden.

In einer zweiten Phase werden Anfang des kommenden Jahres die Verhandlungen mit den beiden Sozialpartnern und der Direktion über die Harmonisierung der unteren Laufbahnen aufgenommen. Die Reform zur Harmonisierung der unteren Laufbahnen (Harmonisation des carrières inférieures) im luxemburgischen öffentlichen Dienst zielt darauf ab, langjährige strukturelle Ungleichheiten abzubauen und eine transparentere, nachvollziehbarere sowie gerechtere Gehaltsstruktur zu schaffen. Davon profitieren insbesondere die Beschäftigten der ehemals niedrigsten Vergütungsgruppen, deren berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und finanzielle Perspektiven nachhaltig verbessert werden.

Im Mittelpunkt der Reform steht die strukturelle Vereinfachung und Aufwertung der bisherigen Laufbahnen C und D durch deren Überführung in die neuen Gehaltsgruppen C1 und C2. Aufgrund der besonderen Gehaltsstruktur und der spezifischen Laufbahnentwicklung bei den CFL gestaltet sich die Umsetzung dieser Reform jedoch deutlich komplexer als im öffentlichen Dienst. Daher wird es erforderlich sein, dass die Direktion gemeinsam mit den Sozialpartnern maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet, die den Besonderheiten des Eisenbahnsektors Rechnung tragen.

Unser Ziel ist eine faire und ausgewogene Reform der Gehaltsstrukturen bei den CFL, die Qualifikationen, Verantwortung sowie die stetig steigenden beruflichen Anforderungen angemessen berücksichtigt und anerkennt. Dabei ist es unerlässlich, den Besonderheiten der verschiedenen CFL-Berufsbilder Rechnung zu tragen, damit die Regelungen des öffentlichen Dienstes praxisgerecht und ohne Benachteiligungen auf den Eisenbahnsektor übertragen werden können. Nach Abschluss der laufenden Verhandlungen mit der Direktion wird die paritätische Kommission erneut zusammentreten, um die weiteren Schritte zu beraten und voranzutreiben.

Die kommenden Monate werden entscheidend für die Zukunft vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Als Syndikat Eisenbahnen OGBL/FNCTTFEL werden wir die Interessen des Personals entschlossen vertreten und uns in allen bevorstehenden Verhandlungen mit Nachdruck für faire Arbeitsbedingungen einsetzen. Unser Ziel ist es, die Rechte der Beschäftigten zu schützen, die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen spürbar und nachhaltig zu verbessern.

Unser Ziel bleibt unverändert: eine moderne, attraktive und zukunftsorientierte Laufbahnstruktur, die faire Arbeitsbedingungen, maximale Sicherheit, echte Entwicklungsperspektiven und transparente Aufstiegsmöglichkeiten für alle Beschäftigten gewährleistet.

 

Georges Melchers

Präsident Syndikat Eisenbahnen

OGBL/FNCTTFEL-Landesverband